New York City

Follow me to NYC

Heute Morgen trat ich zu einer höchst unchristlichen Uhrzeit meine Reise nach New York City an. Bereits auf dem Hinflug, schossen mir Gedanken wie „Warum machst du das eigentlich?“, „Wie sollst du dort ganz alleine zu Recht kommen?“ und mehr durch den Kopf.  Als sich der Flieger durch die dichte Wolkendecke absenkte und ich in weiter vernebelter Ferne das Empire State Building erblickte, verschwanden sie augenblicklich – vorerst.

Also warum mache ich das hier eigentlich?

Mein Online-Journalismus Studium mit dem Schwerpunkt in Online-PR liegt erfolgreich abgeschlossen hinter mir. Wahrscheinlich dachte ich mir, als ich die Reise voller Euphorie plante, es wäre Zeit für neue Ziele. Und hier ist es. Das gewünschte neue Ziel. Heute ist mein erster Tag in der großen Stadt. Nach meiner erst kürzlichen Reise nach Hong Kong war ich überzeugt, dass mich NY nicht wirklich aus der Ruhe bringen würde. Ganz lässig würde ich das angehen. Doch schnell merke ich: New York ist überwältigender als ich es mir vorgestellt hatte – nicht nur ein bisschen.

Fahr Miss Daisy ins Hostel!

Bereits auf dem Weg zu meinem ersten Hostel merke ich: New York City spielt in einer anderen Liga als Hong Kong. Die Stadt wirkt beengender, roher und wesentlich härter. Der chinesische Kitsch sorgte in meiner Klein-Mädchen-Welt wohl dafür, dass die schäbigen Ecken und die besonderen Menschen in eben diesen schäbigen Ecken, weniger bedrohlich aussahen. Doch so weit so gut.

Mein heißgeliebter Schuhkarton

New York Manhattan
Hostel in Manhattan

An meinem ersten Hostel angekommen, bezog ich meine eigenen vier Wände für die nächsten zwei Wochen. Überschaubar – aber für meine ebenso überschaubare Körpergröße mehr als ausreichend. Doch lange konnte ich dort nicht bleiben. Durch das geschlossene Fenster dröhnte die Stadt. Im Vorbeigehen konnte ich den Gesprächen der vorüberziehenden Menschen lauschen. Also raus. Raus in die Stadt, die niemals schläft.

Verplante Planlosigkeit

Obwohl ich meistens zu rein strategischem und rationalem Denken neige, fällt es mir schwer dies auf meinen Orientierungssinn zu übertragen. Planlos stapfe ich mit meiner Straßenkarte durch die verregneten Straßen. Dank meiner Navi-Abhängigkeit dürfte das eine der ersten Berührungen mit einer dieser bunten Kärtchen sein. Für den Anfang begnüge ich mich mit dem Auskundschaften der näheren Umgebung. Und lande letztendlich in einem Restaurant für Soul Food.

NY Cheeseburger
NY Cheeseburger

Während ich meinen NY Cheeseburger verspeise, nehme ich mir vor die nächsten Tage strukturierter anzugehen. Vielleicht bekommt New York City endlich Licht in den undurchdringlichen Dschungel meines Geistes.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIch habe Menschen mal sagen hören, dass sie in solchen Fällen Listen erstellen. Ich denke diesem Beispiel werde ich folgen. Morgen wird die ganze Stadt sowieso im Thanksgiving Fieber versinken und ich kann versuchen anzukommen.

Nach 13 Stunden Reisestress, herumirren in der Millionenstadt und einer riesigen Ladung an ausgewogener amerikanischer Küche, kuschle ich mich in mein Bett und höre dabei zu wie meine Flur-Nachbarin leise vor sich hin weint.

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