Hostel New York

Hostel Hell

Mit meinem ersten Hostel hatte ich wirklich einen Glücksgriff getan – jammernd sah ich dem Ende meiner Zeit dort entgegen. Heute war der Tag meines Umzugs. Bereits vor der Arbeit schleppte ich meine Koffer in Schließfächer und sperrte sie dort für meine Arbeitszeit ein. Natürlich würde ich heute pünktlich Schluss machen, damit ich nach der Arbeit ausreichend Zeit zur Verfügung habe. Dachte ich.

Time is Money

Das Event, an dessen Planung ich mitarbeite, rückt immer näher. Unnötig zu sagen, dass dadurch auch der Arbeitsaufwand steigt. Also verzögerte sich meine Abreise aus Chelsea noch etwas. Als ich schließlich Feierabend machte, hieß es schnell zurück die Koffer auslösen, Taxi rufen und mich so gut es geht in der Kürze der Zeit im neuen Hostel einrichten.

Hardcore Windmill

Zuvor hatte ich noch nie das Vergnügen auf einer der Avenues in New York die Aufmerksamkeit eines Taxis auf mich zu ziehen. Glücklicherweise beherrsche ich aus altvergangenen Musikgeschmackstagen die Hardcore Windmühle perfekt. Allzu weit sollte mein neuer Schlafplatz auch nicht von Chelsea entfernt sein – verriet mir eins dieser bunten Printprodukte namens Stadtplan.

Sometimes you think it can’t get any worse

Als ich mit meinem Taxi-Fahrer vor dem Hostel hielt, war dieser genauso irritiert wie ich. Ob ich sicher sei, dass dies das richtige Gebäude ist. Ein kleines bisschen wünschte ich mir, dass ich mich irrte – aber wir waren richtig. Als ich die „Lobby“ betrat fiel mir ein Mann in der Nähe des Eingangs auf. Der Mann sah aus wie einer der Obdachlosen, die hier vermehrt am Straßenrand vorzugsweise mit Hund aufzufinden sind. Awesome – great start.

Privacy and safety is completley overrated

New York Hostel
New York Hostel

Während ich hier sitze und das schreibe, erinnere ich mich an fröhliche Kindertage an denen ich es noch spannend und unterhaltsam fand, mit möglichst vielen Menschen in einem Raum zu übernachten. Irgendwas scheint sich in all den Jahren verändert zu haben. Die Schlafgelegenheiten kann man als einzelne, winzige Schlafkabinen bezeichnen, die allesamt in einem großen Raum angesiedelt sind. Was an und für sich auch gar nicht zu schlimm wäre…wäre da nicht die offene Decke. Mit dem obligatorischen Schloss an der Eingangstür lässt sich meine Kabine problemlos abschließen. Was angesichts der Option einfach über das „Dach“ einzusteigen, fast schon wieder ein bisschen lustig ist. Nachdem ich mich umfassend und ausgiebig selbst bemitleidet habe, erinnerte ich mich daran, dass dies eine meiner Stärken ist: Finde dich mit unzumutbaren Extremsituationen so schnell wie möglich ab und mach das Beste daraus.

Hey neighbours

Hey neighbours
Hey neighbours

Erfreut stellte ich fest, dass der Penner aus der Lobby auch direkt in meiner näheren Zimmerumgebung haust. Erneut war ich begeistert, dass meine natürlich ausschließlich männlichen Nachbarn prinzipiell freien Eintritt in meine Schlafkabine haben. Während ich vor Freude beinahe einen extatischen Zustand erreichte, entdeckte ich, dass ich direkt neben den Toiletten schlief, die natürlich, wie sollte es auch anders sein, offen waren. Dear God, Barney Gumble and Bastet: Please grant me serenity. Insgeheim freute ich mich allerdings schon auf ausgiebige Troll-Aktivitäten bei Tripadvisor.

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