Eyesolate - Metal Band aus Frankfurt

“Wir wollen sehen wie weit wir kommen”

Interview mit Felix – Gitarrist und Sänger von Eyesolate.

Wie kam es dazu, dass ihr euch entschlossen habt mit eurer Band im Internet aktiv zu sein?

Das war für uns nicht selbstverständlich. Eyesolate gibt es seit 2009. Bis dahin war nur unser Drummer bei Facebook. Sonst keiner, auch nicht privat.

Aus Datenschutzgründen?

Ja, aber auch weil es total Mainstream war. Wir hatten unsere Telefone und das hat gereicht. MySpace hatten wir aber schon ziemlich früh. Nach einem Jahr habe ich Facebook für mich entdeckt, da dort bereits fast alle Bands vertreten waren. Wir haben festgestellt, dass besonders die Likes helfen populärer zu werden und Auftritte zu kriegen.

Welche Ziele verfolgt ihr damit?

Wir wollen Auftritte kriegen. Unsere Ambitionen sind im Laufe immer weiter gewachsen. Anfangs haben wir das nur aus Spaß gemacht, aber jetzt läuft das ernsthaft und wir investieren auch viel Geld. Wir wollen sehen wie weit wir kommen. Natürlich soweit wie möglich.

Also ihr seht eure Kanäle eher als Marketing-Instrument?

Ja, schon auf jeden Fall.

Und was ist mit der Fanbindung?

Das eine schließt das andere nicht aus. Man kann schließlich nicht einfach eine Page erstellen und erwarten, dass auf einmal Leute drüber stolpern. Bei Musik geht es um Fans und dass sich Menschen für etwas begeistern.

Habt ihr mal über die Bedürfnisse der Fans die eure Seite besuchen nachgedacht und wie ihr darauf eingehen könnt?

Ich bin so jemand ich gehe von mir aus. Aber eigentlich kann ich nicht für andere sprechen. Ich will, dass Leute bei Eyesolate posten, allerdings würde ich das bei anderen Bands nicht machen. Natürlich gibt es auch Menschen, die bei ihrer Lieblingsband total engagiert sind und dann auch spezielle Bedürfnisse haben. Das sollte man im Hinterkopf behalten.

Felix Schaffernicht - Guitar & Vocals bei Eyesolate
Felix Schaffernicht – Guitar & Vocals bei Eyesolate

Betreust nur du diese Kanäle?

Ich bin Mediengestalter, deshalb bin ich für das Design zuständig. Posten kann auf Facebook jeder. Das Problem ist, dass wir keine Phrasenschreiber sind: Wir haben keine feste Kommunikationsstruktur.

Hast du irgendwelche Vorkenntnisse in puncto Social Media?

Nur wenig. Momentan haben wir eine kleine Fangruppe und haben uns noch keine Gedanken über Datenschutz und Urheberrecht gemacht. Weil es noch nicht viel gibt, dass man schützen muss. Aber bei steigendem Bekanntheitsgrad wird das schon Thema werden.

Wie viel Zeit investiert ihr in euren online Auftritt?

Also tendenziell immer mehr. Was wir als nächstes ausprobieren wollen ist eine Anzeige auf Facebook zu starten.

Habt ihr euch zusammen eine Strategie überlegt, wie ihr kommunizieren wollt?

Nein. Nicht wirklich. Also generell wollen wir einfach nett und freundlich sein und vor allem keine radikalen Meinungen äußern.

Alex (Guitar) - Benny (Bass) - David (Vocals)
Alex (Guitar) – Benny (Bass) – Sascha (Vocals)

Habt ihr Vorbilder was die Eigenvermarktung angeht?

Wir orientieren uns an Bands in unserem Umkreis und in unserem Alter. Nach Bands wie Metallica schauen wir nicht. Das wäre ziemlich unrealistisch. Hier aus dem Frankfurter Raum gibt es Yesterday I had Roadkill. Die haben ungefähr 4000 Likes.

Tauscht ihr euch mit anderen Bands über eure Erfahrungen was Eigenvermarktung angeht aus?

Der Drummer von „Yesterday I had Roadkill“ ist ein guter Freund von uns. Er hat uns bei unserer EP geholfen, gemixt und gemastert. Da tauschen wir uns immer mal aus, was man machen kann und was sinnvoll ist. Durch ihn sind wir auch auf CDbaby gekommen.

Kannst du CDbaby näher beschreiben?

Bei CDbaby kann man sich für einen gewissen Betrag auf allen Portalen anbieten lassen. Die haben ihren Sitz in Amerika. CDbaby stellt deine Musik für dich auf Spotify, Amazon und iTunes.

Kosta - Drummer bei Eyesolate
Kosta – Drummer bei Eyesolate

Ihr vertreibt über FB auch Merchandise. Wird das angenommen?

Wir vertreiben unser Merchandise nicht nur über FB, sondern auch auf Konzerten. Bei FB haben wir einen Merch-Button und der Store heißt Big Cartel. Aber online kaufen das nur wenige – auf Konzerten wesentlich mehr.

Welche Bedeutung gibst du Social Media heute, wenn es um Eigenvermarktung geht?

Immer mehr würde ich sagen. Das wird nicht abflachen sondern zunehmen. In zehn Jahren kann es so abgefahren aussehen. Heute hat jeder ein Smartphone und geht überall ins Internet. Wenn man jetzt was verpasst, weiß man vielleicht in fünf Jahren nicht mehr wie die Welt funktioniert. Ich kenn das aus meinem Beruf: Ich bin Printer und mache Poster. Die werden aber nicht mehr gesucht. Es werden nur Web-Leute gesucht. So wie bei dir. Du hast dich ja auch für Online-Journalismus entschieden.

Danke für das Gespräch.

“The Great Red Spot” ist seit Februar 2013 erhältlich. 

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