Blue Sky Beijing China

Welcome to Beijing

Mit einer nur halb gefüllten Maschine ging meine Reise los. Nach einem kurzen Blick stellte ich fest, dass sich außer mir nur Chinesen und Nerds an Board befanden. „Da will halt keiner hin“, war der Kommentar eines alten Bekannten. Bereits vorab hatte ich größtenteils negative Reaktionen auf meine Entscheidung drei Monate in China zu verbringen erhalten. Nach New York war die Spannung groß: Was kommt als nächstes? Neugierig wurde ich an runden Tischen befragt und durchlöchert. China! Nicht selten verschluckte sich mein Gegenüber am heißen Tee oder ich erntete verständnislose Blicke. Wieso China?

Ja, warum eigentlich China?

Die Frage ist durchaus berechtigt. Trotzdem gleichzeitig ignorant. Warum sollte man sich also mit dem größten Volk der Erde auseinandersetzen? Warum sollte man als Internet-Junky in das Land der zahlenstärksten und aktivsten Social Media Nutzer der Welt fahren? Warum sich überhaupt mit einer Weltmacht, dessen Kultur Jahrtausende alt ist befassen? Ja, warum macht man denn sowas absurdes? Innerlich schmunzelte ich. Die Ablehnung gegenüber den politischen Strukturen sind auch für mich mehr als nachvollziehbar. Machen das Land und die Menschen für mich deswegen aber nicht minder erlebenswert.

Und wie sie sehen, sehen sie nichts

Als der Flieger zur Landung ansetze, glotze ich gierig aus dem Fenster. Gespannt einen ersten Blick auf Beijing werfen zu können. Fast schockiert nahm ich die plötzliche Landung hin. War ich mir doch sicher gewesen, dass sich der Transportvogel noch hoch in den Wolken befand. Selbstverständlich hatte ich in den Nachrichten von der massiven Smog-Glocke über Beijing gelesen. Doch so wie bei allen anderen Dingen im Leben auch, versteht man erst worum es geht, wenn man die Situation selbst erfährt. Die Sicht war nicht nur schlecht, sondern es war schlichtweg einfach keine Sicht vorhanden.

An- und klarkommen

Meine ersten Schritte außerhalb des Flughafens werden gesäumt von auf Hochglanz polierten deutschen Limousinen. Erstmal kann ich gar nicht glauben, dass dies wirklich das kommunistische China sein soll von dem immer berichtet wird. Gesichtslose Autobahnen bringen mich an den Rand von Beijing. Denn mein vorübergehender Wohnsitz befindet sich nicht direkt im Stadtzentrum. Schnell und immer noch unter Strom packe ich aus, um mir ein kleines Stück vertrautes Fleckchen für mich zu schaffen. Ein Blick in den Spiegel verrät mir dann wie es mir geht. Ein fahriges Gesicht mit riesigen Pupillen schaut mir entgehen. Da ist er: Der Kulturschock. Als Europäer in Asien nichts ungewöhnliches hatte ich ihn bereits erwartet. Mit gemischten Gefühlen frage ich mich, wie die nächsten Monate meines Lebens verlaufen werden.

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One thought on “Welcome to Beijing

  1. Liebe Ina, hurra es klappt, freue mich von dir wieder spannende Geschichten zu lesen. Habe ihn schon ausgedruckt und werde ihn morgen Oma zum lesen mitbringen. Lieben Gruß Mama

    Gesendet: Samstag, 22. Februar 2014 um 17:25 Uhr Von: "Elena Leichtfuß" <comment-reply@wordpress.com> An: ilona_leichtfuss@gmx.net Betreff: [New post] Welcome to Beijing

    elenaleichtfuss posted: "Mit einer nur halb gefüllten Maschine ging meine Reise los. Nach einem kurzen Blick stellte ich fest, dass sich außer mir nur Chinesen und Nerds an Board befanden. „Da will halt keiner hin“, war der Kommentar eines alten Bekannten. Bereits im vorab hatte "

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