Korean BBQ all you can eat

Chinese Yumminess

Vor der Abreise bereiteten mir eine Sache Sorgen: Das Essen. Da ich erst einmal authentisches chinesisches Essen gegessen hatte, wusste ich kaum was mich erwartet. Und ich erlebte eine Überraschung. Als Chinese würde ich das chinesische Essen in Deutschland als Beleidigung empfinden. Haben in Öl gebratenes und in süß-sauer-Soße getränktes Essen nun weniger als gar nichts mit den frischen und abwechslungsreichen Gerichten zu tun, die hier angeboten werden.

Disgusting but delicious

Um mich selbst zu beruhigen, nahm ich mir vor alles zu probieren – auch wenn es nicht meinen Gewohnheiten entspricht. Etwas mehr als eine Woche ist nun vergangen seitdem ich gelandet bin. Und ich habe bereits ein paar Delikatessen aus der Pekinger Küche ausprobiert. Dazu zählen gegrillte Rinderzunge mit rohem Knoblauch und die Innereien einer Gans und Rinderlunge. In China ist es günstiger Essen zu gehen als selbst zu kochen. Was dazu führt, dass man für jede Mahlzeit aus der unendlichen Auswahl an kleinen Restaurants schöpfen kann.

BBQ Chinese Style

Korean BBQ
Korean BBQ

Es ist allgemein bekannt, dass Deutsche gerne grillen. Also wurde ich zu einem chinesischen BBQ-Restaurant geschleppt. Auf dem Tisch stand eine eiserne Schüssel in die Holzkohle geschüttet wurde. Darüber befand sich eine kleine Dunstabzugshaube. Das Essen lässt in China nicht lange auf sich warten. Innerhalb kürzester Zeit stand der komplette Tisch und der des Nachbarn voll mit Fleisch, Zunge, Pilzen, Kürbis, Salaten und Suppe. Für meinen Geschmack war die Zunge etwas zäh, aber trotzdem lecker. Chinesen bevorzugen – genauso wie ich – das klassische Herrengedeck: Bier und Schnaps. Im Vergleich zu anderen ausländischen Biersorten ist das chinesische gar nicht so schlecht. Sie haben sich ein Vorbild an der deutschen Braukunst genommen. Das war eine gute Entscheidung, wenn man mich fragt. Chinesen fehlt ein Enzym, um Alkohol abzubauen. Was sie aber lustigerweise nicht davon abhält trotzdem ordentlich zu tanken. Sehr sympathisch.

„That is not for Europeans!“

Disgusting but delicious
Disgusting but delicious

Um mir meine Entscheidung bezüglich der Auswahl meiner Gerichte leichter zu machen, werde ich oft in Restaurants bugsiert, in denen es Bilder in der Speisekarte gibt. Meistens bevorzuge ich allerdings die Taktik: „Was isst du hier immer? Okay. Das esse ich auch.“ Normalerweise freuen sich mein chinesisches Gegenüber über mein Vertrauen. Trotzdem werde ich beim Essen mit besorgte Blicken und Nachfragen begleitet, ob es auch wirklich schmeckt. Die Reaktion meiner Bekannten bezüglich des Gerichts ihrer Wahl und meiner Entscheidung dies auch zu probieren, werde ich wohl niemals vergessen. „Das können Europäer nicht essen!“ Ich denke kurz nach: „Warum nicht?“ Sie schaut mich vorsichtig aber auch etwas mitleidig an: „Das vertragt ihr nicht,“ sagt sie und zeigt auf ihren Bauch. Ich musste kurz lachen. In Büchern hatte ich bereits erfahren, dass Chinesen ihren Gästen gerne Spezialitäten ihres Landes aufzwingen wollen, um den Gast zu wertschätzen. Der Tipp der Autoren war immer der Gleiche: Zieh dich mit dem Unverträglichkeits-Argument aus der Affaire! Bei dem Gericht handelte es sich eine Nudel Suppe mit Innereien einer Ente. Unter anderem Leber, Magen, Darm und mit irgendeinem Verfahren geliertes Blut. Vor dem Darm graute es mir zwar etwas aber der Rest war wirklich lecker.

Wieder am Stadtrand von Beijing angekommen berichtete meine Bekannte meinem Mitbewohner stolz: „Elena isst alles,“ anerkennend schauten sie mich an. „Sehr gut. Sobald man irgendwo mit dem Essen zu Recht kommt hat man kein Heimweh mehr,“ klärt mich mein Mitbewohner auf. In China spielt der Genuss von gutem Essen in Zusammenhang mit dem allgemeinen Wohlbefinden eine große Rolle. Tatsächlich sind die ersten Fragen, die mir von Beijingern gestellt werden immer die Gleichen. Nämlich: Wie es mir in China gefällt und ob mir das Essen schmeckt – immer. Mein Mitbewohner verkündet erfreut: „Wenn du so robust bist können wir auch mal Schweineohren ausprobieren.“ Mit dem Bild an die getrockneten Schweineohren, die am an Hunde verfüttert werden im Hinterkopf, hoffte ich allerdings, dass sich dieser Vorschlag im Sand verlaufen wird.

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