Qingming-Fest in China

Qingming Fest

Heute feiern die Chinesen ihr Totengedenkfest: Das Qingming Fest. Es ist üblich seine verstorbenen Angehörigen auf dem Friedhof zu besuchen, den Grabstein zu reinigen und Geschenke mitzubringen. Die Chinesen bevorzugen Lebensmittel, die der Verstorbene zu Lebzeiten am liebsten mochte, Alkohol und Totengeld.

Bereits vergangenen Donnerstag besuchten ich und mein Mitbewohner das Grab seines verstorbenen Vaters, um den unglaublichem Menschenstrom zu vermeiden. Vor dem Eingang kaufen wir an einem Stand riesige gefälschte Millionen Renminbi Scheine und Seidenpapier in das Kreise gestanzt wurden. Das Seidenpapier in goldener, silberner und bronzener Farbe sollen an alte Münzen erinnern.

Qingming-Fest in China
Qingming-Fest in China

Als Hinterbliebener ist man dafür verantwortlich für das finanzielle Wohlergehen seiner Angehörigen im Jenseits zu sorgen. Früher wurde das Geld direkt vor dem Grab in einer Schale verbrannt. Man verwandelte irdischen Besitz in “Geistergeschenke”, die nur so ihren Weg zu den Verstorbenen finden können. Das wurde aus Sicherheitsgründen auf den überfüllten Friedhöfen nun verboten.

Qingming-Fest in China
Qingming-Fest in China

Auf dem Friedhof reihen sich Gräber dicht an dicht. Wieder bin ich die einzige westliche Person weit und breit. Verwunderte und kritische Blicke begleiten mich und meinen Mitbewohner auf dem Weg zum Grab. Nicht nur wir wollten uns das heutige Gedränge sparen. Viele andere Gräber sind bereits überhäuft mit Totengeld, Früchten, Süßigkeiten, Bauze, Schnaps und Bier. Überall auf dem Boden flattert das Falschgeld umher das in seiner unvorstellbaren Größe und Farbenpracht doch etwas albern aussieht. Melancholische chinesische Musik tönt leise aus zahlreichen Lautsprechern, die überall auf dem Gelände installiert wurden. Neben den traditionellen Geschenken findet man an den Ständen vor dem Eingang mittlerweile auch Blumen und “moderne” Papiergeschenke. Beispielsweise Ferraris, Schuhe, Louis Vuitton Handtaschen, Router oder iPads. Sicherlich waren die Verstorbenen kein einziges mal zu irdischen Zeiten im Internet. Aber wer weiß – vielleicht nun im Jenseits.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s