How to China

How to China

Zu Beginn kann es schwer sein sich als Westler in der chinesischen Kultur – also außerhalb der Expat-Blase – zu bewegen. Mein erster Tipp: Schmeiß’ alle Bücher weg, die du dir für deine nächste China Reise gekauft hast und vergiss’ alles was du jemals über China gehört hast und lass’ dich vorbehaltslos einfach mal auf eine einzigartige Erfahrung ein.

“In China wird nur respektiert, wer Größe zeigt.“

Wie bereits in meinem Artikel über das Start-Up  “CloudCorder” von Frederik Weber beschrieben ist ein selbstsicheres Auftreten in China sehr wichtig. Chinesen haben ein sehr ausgeprägtes Hierarchie-Verständnis. Wichtig ist der Titel und der soziale Rang. Wenn du weder einen Titel, noch einen sozialen Rang, noch die richtige Nationalität hast dann sieh zu, dass deine Ausstrahlung dies ausgleicht. Mehrfach wurde darauf hingewiesen, dass ich darauf achten müsse, dass der Taxi-Fahrer das Taxi-Meter anschaltet, da dies bei Touristen eine beliebte Abzock-Methode sei. Mir ist das in meiner Zeit in Peking kein einziges Mal passiert ist. Wenn ein Taxi-Fahrer bereit war mich mitzunehmen, verhielt sich dieser mir gegenüber meistens korrekt. In meinem Beitrag “Mein Leben als Ausländer” habe ich bereits eine Anleitung verbloggt, die dabei hilft in Beijing einen störrischen Taxi-Fahrer dazu zu bewegen dich von A nach B zu fahren.

Die Chinesen verstehen lernen

Wie so oft lässt sich die Gegensätzlichkeit der Charaktere der Chinesen nicht leicht in Worte fassen oder verallgemeinern. Einerseits können sie sehr direkt sein. Sie sprechen ohne Scham Körperfunktionen an oder äußern rassistische Bemerkungen – sie empfinden es als normal. Weil es das für sie ist. Was für Westler bzw. für mich zu Beginn schwierig war, ist, dass 90% der Kommunikationsinhalte zwischen den Zeilen liegt. Wir sprechen Kritik direkt aus – in China umgeht man diese. Auch Empfehlungen oder Vorschriften wurden, jedenfalls mir gegenüber, nicht so deutlich geäußert, wie ich es von Deutschland gewöhnt war. Was nicht heißt, dass diese deswegen weniger ernst gemeint sind. Manchmal wird auch etwas ganz anderes gesagt als letztendlich gemeint war. Dies zu verstehen und deuten zu lernen ist für mich eine der Kernkompetenzen, um sich in China zu Recht zu finden – wie gesagt: Außerhalb der Expat-Blase. Denn dort wäre es einfach.

In China essen sie Hunde

Einer der mir am häufigsten gestellten Fragen dürfte die Frage gewesen sein, ob mir schon Hundefleisch untergejubelt wurde. Ich habe so einiges an merkwürdigem Kram gegessen über Gehirn, Lamm-Magen, Blut, Rinderlunge und Schweinedarm bis zum Yak war alles dabei. Nein, ich habe keinen Hund gegessen und auch keinen Chinesen kennengelernt der regelmäßig Hund ist. Viel eher habe ich das Gefühl, dass der Hund das Lieblingshaustier der Beijinger ist. Sie werden innig geliebt – wie ein Familienmitglied. Also genauso wie bei uns. Hund gehört zu den Spezialitäten, die meistens sehr teuer sind. Wenn dich dein chinesisches Gegenüber respektiert bzw. dir etwas Gutes vorsetzen möchte, wird er dich vorher darauf hinweisen, was du gleich isst, damit du da Angebot auch zu schätzen weißt.

Das Faux-pas des Aufessens

Was mir noch sorgsam von meinen Großeltern antrainiert wurde, sollte man bei einer Einladung von Chinesen, die keine Erfahrungen mit der westlichen Kultur haben eher vermeiden. Wenn man brav seinen Teller aufisst, beschämt das den Gastgeber und wird dir bei einem Tisch, der bis zum Zerbersten gefüllt ist, Fragen einbringen, ob das Angebot auch ausreichend war. Die jüngere Generation ist sich bereits darüber bewusst, dass Essen nicht verschwendet werden soll und bestellt bewusst nicht zuviel. Bei älteren Generationen ist es Gang und Gebe Essen zu verschwenden. Wenn du also keine Lust hast dich zu rechtfertigen dann lasse einfach etwas auf dem Teller übrig.

Neues aus der Kategorie: TMI

Das wird wahrscheinlich die weiblichen Leser am meisten interessieren. Toiletten gibt es in Peking überall. Toiletten-Papier aber nirgends. Solltest du in Hutongs unterwegs sein kannst du dich darauf einstellen, dass teilweise weder Trennwände noch Türen zwischen den Hocktoiletten vorhanden sein werden. Als ich das bei einer chinesischen Bekannten ansprach erwiderte sie nur trocken: “Das ist auch besser so. Dann kann man plaudern.” Chinesen sind sehr kommunikativ. Egal in welcher Situation.

Bild: Cornerstone  / pixelio.de

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