Beijing China

Long Time No See

Ein Monat im Lerntunnel des Masters ließ mein Fernweh wieder entfachten. Nun befinde ich mich wieder am anderen Ende der Welt. In der nördlichen Hauptstadt Peking.

Allein der Flug stimmte mich bereits optimal auf China ein. Eingepfercht zwischen einer laut quatschenden chinesischen Familie, befand ich mich tatsächlich sieben Stunden lang im Koma, während ich von beiden Seiten beherzt mit Ellbogen traktiert wurde. Der erste Schritt aus der Maschine. Ich atme ein und rieche die altbekannte verbrannte Luft von Peking. Ein morbides Heimatsgefühl stellt sich ein als ich den Feinstaub in mich aufnehme. Geduldig stehe ich in der endlosen Schlange vor der Immigration, durchlaufe die Schleuse, an der die Körper-Temperatur gemessen wird und drängle mich mit Russen, um den besten Platz am Gepäckband.

Es ist mittlerweile 6 Uhr morgens. Vor dem Ausgang steht ein verschlafener Min, der bereits auf mich wartet. Es macht den Eindruck als würde er im Stehen weiterdösen. Seine schwarzen Haare stehen wild von seinem Kopf ab. Er schrickt auf als der weiße Geistermensch winkend auf ihn zugestürzt kommt. Min freut sich und klärt mich auf, dass ich nun sieben Monate nicht in China gewesen bin. Höflich erkundige ich mich nach seinem Baby. An Chinese New Year werde es sechs Monate alt UND es sei ein Junge geworden. Anerkennend klopf ich ihm auf die Schulter und gratuliere für die gelungene Arbeit. Stolz schwellt sich seine Brust. Ich schaue in die Augen eines Mannes, der kaum größer ist als ich. Wir müssen beide lachen.

Welcome to Beijing


Auf der Fahrt in den Chaoyang District fällt mir auf, dass die U-Bahn Linie in meiner Nähe nun endlich fertiggestellt wurde. Ein Jahr früher als angekündigt – sowas sollte in Deutschland mal passieren. Ich erinnere mich an eine für mich sehr amüsante Diskussion mit einem Chinesen über die Vorteile von nicht-vorhandenen Menschenrechten. Ein zwingendes Pro-Argument meines Diskussionspartners war die schnellere Fertigstellung von Bauprojekten. Naja…was soll man da mit seinem verschrobenen europäischen Gerechtigkeitsdenken schon entgegnen. Man weiß es nicht.

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