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#smwhh: Native Advertising – der dreckige Weg in euer Gehirn

Mit dem Vormarsch von Content Marketing rückt auch Native Advertising immer mehr in den Fokus. Ich war bei der Diskussion, in der die Telekom, Twitter, HRS und JDB Media vertreten waren und muss sagen: Die Herren sind nicht nur fachkundig, sondern die ganze Diskussion war auch beispielhaft dafür, wie sich charmante Vertretung des Unternehmen und Mehrwert vereinen lassen.

Wie gewohnt von links nach rechts: Ulf Valentin, ist Head of Social Media bei HRS, Dennis Kubon ist Expert Marketing Communications Strategy bei der Deutschen Telekom AG, Sven Markschläger ist Senior Account Executive bei Twitter und Björn Köcher Head of Social Media und PR bei JDB Media.

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Native Advertising Panel

Die explizite Trennung der Begriffe Content Marketing und Native Advertising fällt zunächst schwer. Björn Köcher definiert Native Advertising als verschiedenste Arten von bezahlte Inhalten, beispielsweise der Sponsored Post, die sich sehr nahe am transportierenden Medium befinden. Wichtig zu unterscheiden ist, dass Native Advertising und Content Marketing zwar die gleiche Basis haben – nämlich Storytelling – allerdings hier zwischen Paid- (Native Advertisement) und Owned-Media (Content Marketing) unterschieden werden muss. Ulf Valentin findet diese Definition schwierig, bilde doch Content Marketing die Basis für Native Advertisement. Sven Markschläger bringt einen wichtigen Einwand, den man so stehen lassen kann, finde ich: „Letztendlich geht es darum, wie der Konsument die Kommunikation wahrnimmt. Dem Kunden ist es egal, wie der Beitrag genannt wird, solange er ihm einen Mehrwert bietet und nicht nur platte Werbung ist.“ Wichtig sei die Consumer Buying Journey. Das heißt welcher Content muss dem Kunden, zu welchem Zeitpunkt in diesem Prozess angeboten werden.

Bevor die Speaker Kritierien für erfolgreiches Native Advertising aufzählen, entschuldigen sich alle für das bevorstehende Bullshit-Bingo und hauen dann die bekannten Buzz-Wörter raus: Authentizität, Relevanz, Look and Feel. Kann trotzdem nicht schaden sich das als Marketeer immer wieder vor Augen zu halten.

Im anschließenden Q&A berichten Blogger von Anfragen, die sie von Unternehmen erhalten haben, bei denen es untersagt wurde Sponored Posts zu kennzeichnen. Das hat mir persönlich die Ohren schlackern lassen und deutlich gemacht, dass professionelle Blogger-Relations noch keine Selbstverständlichkeit sind.

Besonders in die Kritik geraten ist Native Advertising durch die Frage nach der Ethik, aber auch nach der Wirksamkeit. Stefan Niggemeiner hatte vergangenes Jahr einen unterhaltsamen Beitrag geschrieben, der die Wirksamkeit der Beiträge in der Huffington Post von EDEKA und Toyota deutlich machte.

Für Zahlen Fans: Laut Statista wird bereits fünf Prozent des Marketing-Budgets der USA – 4,3 Millarden US-Dollar – in Native Advertising investiert. Die Entwicklung hin zur Integration von Content in Werbebotschaften setzt interdisziplinäre Teams voraus. Alle Vertreter auf dem Panel berichten, dass sich die festen Silos in den Unternehmen, die sie vertreten, auflösen. Das zeigt, dass sich deutsche Unternehmen auf einem guten Weg befinden, finde ich.

PRpoetry – die dreistesten, witzigsten, schrägsten PR-Anfragen aus Redaktionen

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Andreas Grieß

Als Anhänger der dunklen Seite der Macht hat mich diese Veranstaltung von Andreas Grieß natürlich interessiert. Andreas ist Gründer von YOUdaz Media und Redaktionsleiter von Elbmelancholie und hat fleißig die denkwürdigsten PR-Anfragen gesammelt. Im anschließenden Q&A wird aus dem Publikum nachgehakt: „Jetzt wissen wir wie es nicht geht. Aber wie geht es denn?“ Die Tonalität lässt vermuten, dass die Frage von einem PRler ohne Humor gestellt wird.

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Meine Wenigkeit und Andreas

Es scheint die Ansicht vorzuherrschen, dass Journalisten dafür verantwortlich sind der PR mitzuteilen, wie sie denn bitte angesprochen werde wollen. Andreas hat dafür die passende Antwort parat: „Es ist nicht die Aufgabe eines Journalisten der PR beizubringen, wie sie an Journalisten heranzutreten hat. Der Job eines Journalisten ist die Recherche.“ AMEN! Wichtiger Faktor ist, war und bleibt natürlich das vorherige Nachdenken: Wen sollte ich ansprechen, wie spreche ich denjenigen an und welchen Content biete ich an, so dass es für den Leser einen Mehrwert hat.

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